Krise! Und nun?

Einmal tiiiiiiieeeeef in den Bauchatmen und gaaaaaanz lange wieder ausatmen. Das ist wohl das allerwichtigste, wenn sie da ist: die Krise. Nicht jede Krise muss dich komplett runterziehen. Eine Krise wird zu einer Katastrophe, wenn du dich an zwei Dinge hältst:

  1. Wehre dich mit Händen und Füßen gegen sie und 
  2. Nehme die stinkende Opferhaltung ein.  „Ich kann ja eh nichts ändern!“

Das sind die zwei Garanten, die die Krisenphase zur Hölle machen werden. Das eine Krise nicht mit einem Lächeln durchschritten wird ist mir klar. Willst du aber aus ihr Lernen, aus ihr gestärkt hervor gehen und sie nicht unnötig in die Länge treiben, dann habe ich später für dich meine 10 besten Tipps um elegant und effektiv die Krise zu überstehen. 

Was ist eine Krise? 

Da ich meine ganzen Psychologiebücher, die vor Definitionen so sprudelten seinerzeit aus dem metaphorischem Fenster geworfen habe, nutze ich Quellen aus dem World Wide Web, die mir seriös erscheinen und die in meine Haltung passen. Ich beschränke mich in diesem Artikel auf die personelle Krise.

Der Wortstamm kommt aus dem griechischen (krisis) und bedeutet „Meinung, Beurteilung, Entscheidung“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Krise) und das macht doch auch das Wesentliche einer Krise auch schon aus, oder? Wir sind in einer Phase in der wir Entscheidungen treffen müssen (für uns). Wir sind in einer Phase in der wir uns (eine neue) Meinung bilden (müssen, weil u.U. alles in Frage gestellt wird). Eine Phase in der unsere Werte und Hoffnungen überprüft werden. 

Die Phase einer Krise wird als belastende Situation empfunden; psychisch belastend. Sie wird als tiefe Erschütterung wahrgenommen. Ich 

Mein Ziel mit diesem Artikel ist, dir Inspiration zu bieten, mögliche Schritte darzulegen und vor allem das Gefühl zu vermitteln: du bist nicht alleine.


„Die alltägliche Krise löst oft das besondere Problem.“

© Max Bodzin (*1936), freiberuflicher Maler, Musiker und Texter


10 Schritte

Diese Text ersetzt keinen Arzt oder Therapeuten

Mache das Beste aus dieser Phase der Krise

Willst du so richtig effektiv an dieser großen oder kleinen Krise arbeiten und deine Haltung ändern, dann schnapp dir ein leeres, hübsches Büchlein und notiere dir die Fragen und Antworten. Wer schreibt, der bleibt. Zudem sind diese Notizen irgendwann ein Beleg dafür, wie sehr du dich entwickelt hast und sie sind eine wundervolle Erinnerung, denn die nächste Krise kommt bestimmt.  

Sei bei jedem einzelnen Schritt ehrlich zu dir und trage die Verantwortung für dich. 


  1. Nimm wahr! Stehst du ganz am Anfang deiner Krise, dann wirst du ein Unwohlsein (psychisch oder körperlich) bemerken. Nicht jede Missstimmung ist der Vorläufer einer Phase der Neufindung (Krise). Es kann aber so ein. Um so wichtiger ist das bewusste Wahrnehmen. Nutze Meditation um klar zu werden, was sich da gerade ankündigt, was gerade das Thema ist, was sich seinen Weg in dein Bewusstsein bahnt. Welche Gefühle werden gerade in dir ausgelöst? Was macht die Erschütterung aus? Wie und wo fühlst du es in deinem Körper?

Beispiel: Ich gehe abends seit Wochen, für meinen Bio- Rhythmus, viel zu spät ins Bett. Ich kriege die Kurve nicht, obwohl ich genau weiß, das es mir die Nacht bzw. den erholsamen Schlaf zerscheppert. Ich bin am nächsten Tag unausgeglichen, müde und frustriert. Ich sehe mit den Rändern unter den Augen aus wie ein Zombie. Wieso bin ich so ein Loser? In der Meditation wird deutlich, dass ich meistens so lange arbeite oder genau das Gegenteil tue: Serien gucken. Ich will schaffen oder faul sein. Da ist ein Motor (im Solar Pelxus) am Werk, der mich antreibt, etwas zu tun, was mir so nicht (mehr) gut tut.  


„Eine Krise ist in einem anspruchsvollem Objekt ein ganz normaler Zustand.“

 © Robert Mühlbacher, Seniorberater


2. Stufe dein Befinden auf einer Skala ein! Um deine Gefühlswelt zu evaluieren, stufe sie auf einer Skala von 0 – 10 ein. Das hilft dir Fortschritte wahrzunehmen und somit den Prozess als Beobachterin verfolgen zu können. In die Beobachter Position zu switchen hat immer den Vorteil, dass du nicht beteiligt bist und daher einen kühlen Kopf hast. Jeder Moment mit kühlem Kopf ist ein guter Moment für dich. Stufst du deine Krise im grünen Bereich ein? Perfekt! Dann hast du kaum Stress.    

Beispiel: Auch, wenn es sich nicht so liest, ich stufe mein Thema bei einer roten 9 ein. Es nimmt einen großen Teil meiner Lebensenergie und ich stehe wie der Ochs vor dem Berge. 


3. In welcher Phase stehst du gerade? Um noch mal an der Motivation zu schrauben, tätig zu werden kommt hier eine Bild zu den Phasen einer Krise bzw. Veränderung. Manche Menschen bleiben in einer der ersten Phase hängen. Was meinst du, wie sieht so ein Leben aus, wenn das passiert?

Beispiel: Mit meinem Thema, der Vermeidung, stehe ich aktuell bei Stufe 3-4. Lange, lange Zeit befand ich mich in 1. Schock und 2. Ablehnung. Es gab kleine Sprünge zwischen den Phasen. 


4. Welche Lektion hast du gerade zu lernen? Was ändert sich gerade in deinem Leben? Was kann nicht so fortgeführt werden wie bisher? Zeigt dir diese Krise gerade etwas alt Bekanntes? Was? Wenn diese Krise eine Lektion für dich bereit hält, wie könnte diese heißen?

Beispiel: Diese Krise hindert mich gerade daran zur Ruhe zu kommen. Genauer gesagt ist es eine Erlebnisvermeidung aus Angst. Ich kenne dieses Verhalten auch als Flucht nach Vorne. Ich habe Angst also greife ich an! Aktivitätsdrang: Hauptsache MACHEN! Lektion: komme zur Ruhe und lerne. 


5. Was macht 4. mit dir? Was kommen da für Gefühle auf, wenn du wißt, was diese Krise gerade für einen Auftrag hat? (Du gehst mit dieser Frage weiter in die Tiefe deines Unterbewusstseins. Wenn dir etwas anderes als bei 1. kommt: super gemacht!

Beispiel: Ich bin traurig, ich bin frustriert und bin ratlos. Vor was will ich wegrennen? Ich werde stinksauer! Zudem bin ich aber auch Neugierig und freue mich auf das Resultat.


6. Kraftorte aufsuchen… Was tut dir gut? Was sind Orte, Situationen, in denen du Kraft schöpfen kannst? Räume dir diese Momente immer wieder ein. Sei gut und milde zu dir.

Beispiel: Ich räume meine Wohnung um und auf, damit ich mich dort rundum wohl fühle. Wenn ich in der Natur bin, dann gehe ich jeden Schritt ganz bewusst. „Ich bin gerade in der Krise, lieber Wald hilf mir!“ Ich lasse mich in den Arm nehmen. 


„Auf den Böden der Krisen wachsen regelrechte Riesen“

© Michael Maria Jung (*1940), Professor, Führugskräftetrainer


7. Immer schön gelassen sein… Du weißt, was gerade dein Thema ist. Damit hast du den wichtigsten Schritt genommen! Du stellst dich dem Gefühl bzw. den Gefühlen. das ist genau das, was uns gesund hält: nicht länger verdrängen, sondern sich dem stellen und immer schön hingucken. 😉 

Beispiel: Wenn Wut, Zorn, Versagen oder Ungeduld aufkommt, dann atme ich tief in den Bauch und länger wieder aus.


8. Hinnehmen. Das wird uns Frauen schon von Natur aus in die Wiege gelegt: das Hinnehmen, das Passiv sein. Das ist eine urweibliche Energie. Neben dem ganzen Hingucken, Fragen beantworten, vergiss nicht eine Haltung der Annahme einzunehmen. Das schaffst du sehr gut, wenn du in die Beobachterrolle switcht. Alle diese Fragen tragen dazu bei.

Beispiel: Achja (seufz)… Ich warte ab bis mir eine Lösung kommt, so lange bleibe ich viel zu lange wach. Vielleicht kann ich ja auch mal über mich lachen!?


9. Verleihe dem, was da ist, Ausdruck! Malst du? Schreibst du? Singst du? Tanzt du? Gib deiner Befindlichkeit einen Ausdruck! Mache es sichtbar, hole es aus dir heraus!

Beispiel: Ich stelle mir meine Gefühle vor. Wie sehen sie aus, hätten sie eine Gestalt? Welche Farbe, welche Form, welche Konsistenz? 


10. Wer kann dir helfen? Sieh dir dazu auch die letzte Seite mit   Telefonnummern und Adressen an. Schnapp dir deine Freundin des Vertrauens und rede mit ihr über deine Gefühle. Sowieso, mache diese Krise immer dann zum Thema, wenn du mit Menschen zusammen bist, denen zu vertraust. Du wirst sehen, es werden die einen oder anderen guten Impulse kommen, die du für dich nutzen kannst. Trau dich! Und sei Neugierig, wie andere mit Krisen umgehen.

Beispiel: Ich habe meinen Coach (Elisabeth Friedli) angesprochen und habe einfach mal dieses mir unangenehme Thema angesprochen. Sie hat mich gefragt, was der kleinste Schritt zur Verbesserung wäre. Das war eine schwere Frage. Doch mit einem Mal, war die Antwort da: Der nächste kleine Schritt in die Verbesserung ist den Moment wahrzunehmen und in mich hinein zu fühlen, was das für ein Motor da aktiv ist. Mehr nicht. Kein Handeln, nur wahrnehmen und fühlen.


„Wer den Sinn einer ersten Krise nicht verstanden hat, bekommt eine zweite.“

© Pascal Lachenmeier (*1973), Schweizer Jurist


Fazit

Im besten Fall wirst du in der Krise zwischen den Schritten springen. Stufe deine Befindlichkeit immer wieder auf der Skala ein um eine gewisse Objektivität zu erlangen. Nutze Momente um in dich zu gehen und in deinen Körper hinein zu fühlen, Wie kannst du milde und liebevoll mit dir sein? Vielleicht fragst du dich morgens als erstes, wenn du aufwachst, wie fühlt sich mein Fuß an, meine Beine, mein Rumpf usw. Aber Vorsicht! Bewerte nicht was du wahrnimmst. Das ist ein toller Moment, in dem du dich mit dir verbinden kannst (oder abends vor dem Einschlafen). Hole dir Hilfe, wenn du feststellst, dass du in einer Phase festhängst und es nicht weiter geht- oder, wenn die Erschütterung zu stark ist. Frage dich: welche Lektion habe ich hier zu lernen? Wenn du eine Antwort bekommst, verbinde diese Antwort mit einem der anderen Schritte: gehe in das  Gefühl! Oder sprich mit jemandem genau da drüber.


„Nimm die Krise nicht als solche, sondern als Entwicklungsschritt oder -phase, so wie bei unseren Kindern. Es gibt etwas zu lernen! Und hast du diesen Schritt gemeistert, dann bist du reifer und weiser, du bist kompetenter geworden.“


Adressen & Telefonnummern 

  1. Telefonseelsorge

Internet: https://www.telefonseelsorge.de/

Telefon:  0800/111 0 111 (evangl.) und 0800/111 0 222 (kath.), beide kostenfrei


2. Hilfe in der Krise (psychischen Belastungen)

Internet: http:/www./hilfe-in-der-krise.de/

Ein Projekt von DIE ARCHE – Suizidprävention 

und Hilfe in Lebenskrisen e.V., München


3. Nummer gegen Kummer

Mo – Sa 14 – 20 Uhr

0800 111 0 333

mobil 116 111

(der Anruf erscheint nicht auf der Telefonrechnung)


4. Online-Beratung

www.nummergegenkummer.de

www.u25-deutschland.de

www.youth-life-line.de

www.nethelp4u.de

www.bke-jugendberatung.dewww.jugendnotmail.de

www.info4mux.de

www.telefonseelsorge.de

www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung/kinderjugendelternfamilie/

www.da-sein.de


Alles Liebe und ganz viel Kraft ❤

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